Die Welt ist einmal, wie sie ist, und die Dinge verlaufen nicht, wie wir wollen, sondern wie die anderen wollen.
(Effi Briest)
Theodor Fontanes episches Meisterwerk »Effi Briest« (1894), das von Thomas Mann mit dem Prädikat »artistischer Zauber« geadelt wurde, ist einer der beliebtesten Romane deutscher Sprache und handelt vom Ehebruch einer jungen Frau und seinen verhängnisvollen Folgen in einer Zeit, in denen die Bedürfnisse des Einzelnen und die gesellschaftlichen Ansprüche auseinander klafften.
Effi Briest heiratet den weitaus älteren Baron von Innstetten – ein Mann mit blendenden Karriereaussichten – aber sie schätzt ihn mehr, als sie ihn liebt. Das Paar zieht in die pommersche Kleinstadt Kessin. Die junge, lebenshungrige Frau langweilt sich in der Provinz. Zerstreuung findet sie beim Apotheker Gieshübler und dem charmanten Major von Crampas.
Sie
beginnt eine Affäre mit Crampas. Durch einen Zufall findet der betrogene Ehemann dessen Liebesbriefe an Effi und die Dinge nehmen ihren Lauf...
Fontane schenkte uns in Effi Briest eine literarische Gestalt, die ganz die Sympathien des Lesers auf sich zieht und deren Lebenslust durch die damaligen starren Ehr- und Moralbegriffe in die Schranken gewiesen wird.
Die auch heute nachvollziehbaren Schmerzen, Sehnsüchte, Hoffnungen und Glücksmomente machen den Reiz eines Werkes aus, das durch die Brillanz seiner poetischen Bilder die Phantasie auf die Reise schickt. Die Bühnenfassung nimmt sich dieser Bilder an und lässt Fontanes Sprache durch nahe am Original bleibende Dialoge unverfälscht wirken.